Programm zur Diabetesprävention
Warum führen wir das Projekt PRAEDIAS durch?
Große Studien aus Amerika und Finnland belegen eindeutig, dass die Entwicklung des Typ 2 Diabetes wirksam verhindert oder zumindest um Jahre verzögert werden kann. Dabei waren vor allem die Veränderungen der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten bedeutsam. Offen bleibt bisher noch die Frage, ob diese Ansätze zur Vermeidung des Diabetes auch in die klinische Praxis übertragen werden können. In Deutschland gibt es bisher noch kein Programm, das speziell Menschen im Vorstadium des Diabetes dabei unterstützt, ihr Ess- und Bewegungsverhalten zu verändern.
Was wollen wir mit PRAEDIAS erreichen?
Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen des Projektes PRAEDIAS ein Programm entwickelt, mit dessen Hilfe der Ausbruch des Diabetes effektiv verhindert werden kann. Es wird so gestaltet, dass es für den breiten Einsatz in der klinischen Praxis geeignet sein wird.
Wie läuft das Projekt PRAEDIAS genau ab?
Das Projekt umfasst mehrere Stufen:
- Bestimmung des persönlichen Risikos für Diabetes
Mit Hilfe eines einfachen Tests können alle interessierten Personen eine erste Einschätzung ihres Diabetesrisikos vornehmen (Diabetesrisikotest).
Bei der Auswertung des Risikofragebogens finden Sie eine ausführliche Erklärung der Ergebnisse und Hinweise für das weitere Vorgehen.
- Programm zur Vermeidung des Diabetes
Das Programm umfasst Informationen zu der Krankheit Diabetes und den Möglichkeiten, diese Krankheit zu verhindern, d.h. vor allem Informationen zu günstigem Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie zur Gewichtsabnahme. Diese Informationen werden entweder in schriftlicher Form dargeboten oder im Rahmen eines Gruppenprogramms vermittelt. Das Gruppenprogramm wird in Kleingruppen von je 6 bis 8 Personen durchgeführt. Es umfasst 8 Kursabende mit einer Dauer von jeweils etwa 90 Minuten. Nach Abschluss dieses Kernprogramms finden 4 Nachtreffen im Zeitraum von einem Jahr statt. Die Teilnahme ist innerhalb der Studie für Sie kostenlos.
Teilnehmer des Programms werden per Zufall entweder der Gruppe, welche die schriftliche Informationen bekommt, oder dem Gruppenprogramm zugeordnet. Diese zufällige Aufteilung ist nötig, um zu untersuchen, ob die schriftliche Information genauso effektiv ist wie das Gruppenprogramm. Es besteht die Möglichkeit, dass allein die schriftliche Information genügt, um das Diabetesrisiko zu verringern und folglich auf das aufwändigere Gruppenprogramm verzichtet werden könnte.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
Bei allen Teilnehmern am Programm werden regelmäßig (insgesamt viermal) medizinische Untersuchungen durchgeführt. Dabei werden Risikofaktoren für eine Diabeteserkrankung sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen überprüft. Somit haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr persönliches Risikoprofil einzuschätzen, erhalten Information über die geeigneten Gegenmaßnahmen und können die Veränderungen des Risikoprofils über die Zeit beobachten.
Wie kann ich am PRAEDIAS - Programm teilnehmen?
- Bestimmen Sie mit Hilfe des Risikofragebogen Ihr eigenes Diabetesrisiko.
- Wenn Sie ein erhöhtes Diabetesrisiko anhand des Fragebogens feststellen, empfehlen Experten den Nüchtern-Blutzuckerwert vom Arzt überprüfen zu lassen. Liegt dieser zwischen 100 und 125 mg/dl spricht man von einem Prädiabetes, einer Diabetesvorstufe.
- Befinden Sie sich in der Vorstufe zum Diabetes, dann nutzen Sie die Chance und nehmen Sie an unserem Programm teil! Dadurch haben Sie die Möglichkeit, den Ausbruch des Diabetes zu verhindern oder zumindest zu verzögern.
Das PRAEDIAS-Programm wird zur Zeit in Bad Mergentheim, Würzburg, Kitzingen, Erlangen, Ludwigshafen, Schifferstadt und Dresden durchgeführt. Bewährt sich das Programm, soll es langfristig in der ganzen Bundesrepublik angeboten werden.
Was kann ich erwarten, wenn ich am PRAEDIAS - Programm teilnehme?
Durch das Programm sollen Sie in der Lage sein, langfristig Ihr Diabetesrisiko zu senken. Auch die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall können Sie deutlich verringern. Dies wird möglich durch eine moderate Gewichtsabnahme durch die Veränderung von Essgewohnheiten und der Steigerung der alltäglichen Aktivität.