Information zum Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich durch erhöhte Blutzuckerwerte auszeichnet, weshalb diese Erkrankung auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Das Hormon Insulin ist notwendig, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Ist der Blutzuckerspiegel hoch, wird vermehrt Insulin in der Bauchspeicheldrüse gebildet und der Blutzuckerspiegel sinkt wieder.

Es gibt eine Reihe von Untergruppen des Diabetes. Die beiden häufigsten sind der Typ 1 Diabetes und der Typ 2 Diabetes.

Der Typ 1 Diabetes tritt vor allem in Kindes- und Jugendalter auf. Weil die insulinproduzierenden Zellen absterben, kann nicht mehr genügend Insulin gebildet werden und es entsteht ein Insulinmangel. Die Patienten müssen sich deshalb von Beginn an das Insulin über Injektionen selbst zuführen.

Der Typ 2 Diabetes tritt dagegen meist im mittleren bis späteren Lebensalter auf, weshalb er auch häufig in der Alltagssprache "Alterszucker" genannt wird. Diese Bezeichnung ist heute allerdings nicht mehr zutreffend, da immer häufiger auch jüngere Menschen und sogar Kinder an Typ 2 Diabetes erkranken. Im Gegensatz zum Typ 1 Diabetes herrscht hier kein Insulinmangel im Körper, sondern das von der Bauchspeicheldrüse gebildete Insulin kann aufgrund von Veränderungen an den Zellen nicht mehr in vollem Umfang wirken. Diese Zellveränderungen hängen meist mit einem erhöhten Körpergewicht zusammen und können durch eine Gewichtsreduktion teilweise wieder rückgängig gemacht werden. Daher wird jedem neu diagnostizierten Typ 2 Diabetiker geraten, Gewicht zu reduzieren, indem die Ernährungsgewohnheiten verändert werden und die alltägliche Bewegung gesteigert wird. Gelingt dies nicht, so muss der Blutzuckerspiegel durch verschiedene Tabletten oder durch Injektionen mit Insulin gesenkt werden.

Das Projekt PRAEDIAS dient der Früherkennung und Vermeidung des Typ 2 Diabetes. Deshalb beziehen sich die folgenden Informationen vor allem auf diese Erkrankung.

Diabetes - eine weit verbreitete Erkrankung

Ungefähr 95% der Diabetiker leiden an einem Typ 2 Diabetes. In Deutschland sind nur etwa 350.000 Personen an einem Typ 1 Diabetes erkrankt, dagegen leiden ca. 6 Millionen Menschen an einem Typ 2 Diabetes. Die Anzahl der an Diabetes erkrankten Personen nimmt weltweit zu, wobei der Anstieg vor allem auf eine Zunahme des Typ 2 Diabetes zurückgeht.
Nach Expertenschätzungen wird die Zahl der Typ 2 Diabetiker bis zum Jahr 2025 auf ca. 9 Millionen steigen.

Diabetes - eine ernstzunehmende Erkrankung

Erhöhte Blutzuckerwerte können langfristig zu schwerwiegenden Komplikationen der Gefäße und Nerven führen, z.B. zu Nierenerkrankungen, Fußamputationen, Herzinfarkt, Erblindung, Schlaganfall und Impotenz. Typ 2 Diabetespatienten haben neben den erhöhten Zuckerwerten meist weitere Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte. Dies erhöht das Risiko für die Folgeerkrankungen des Diabetes. Allein in Deutschland führt der Typ 2 Diabetes pro Jahr zu 28.000 Fußamputationen, zu 58.000 neuen Fuß-Geschwüren, zu 6.000 Neuerblindungen, zu über 6.000 neuen Dialysefällen, zu 27.000 Herzinfarkten und zu 44.000 Schlaganfällen. Zudem leiden über 1 Million männliche Diabetespatienten an Potenzstörungen.

Der Typ 2 Diabetes entwickelt sich schleichend. Oft geht dem Ausbruch des Diabetes ein Vorstadium voraus, in dem die Blutzuckerwerte kurzfristig immer wieder leicht erhöht sind. Neuere Studien zeigen, dass das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bereits bei Personen in diesem Stadium erhöht ist, noch bevor der Diabetes diagnostiziert werden kann. Deshalb ist es wichtig, möglichst früh sein persönliches Diabetesrisiko zu kennen, um mit Hilfe geeigneter Maßnahmen selbst aktiv den Diabetes und seine Folgen zu verhindern.

Diabetes - eine teure Erkrankung

Neben dem individuellen Leid, das durch den Diabetes und dessen Folgeerkrankungen verursacht wird, entstehen der Gesellschaft durch den Diabetes hohe Kosten. Bereits jetzt schätzen Experten die durch den Diabetes verursachten Behandlungskosten auf 16 Mrd. Euro, so dass derzeit etwa 10% aller Gesundheitskosten für Menschen mit Diabetes ausgegeben werden. Zu diesen Behandlungskosten kommen noch die indirekten Kosten durch Krankenstand, Erwerbsunfähigkeit und Frühberentung.

Typ 2 Diabetes - eine vermeidbare Erkrankung

Dem Ausbruch der Diabeteserkrankung geht ein Stadium voraus, in dem die Blutzuckerwerte noch nicht ständig, sondern nur kurzzeitig erhöht sind, z.B. nach einer besonders üppigen Mahlzeit. Fachleute sprechen von dem sogenannten Prädiabetes. Groß angelegte internationale Studien zeigen, dass in diesen Stadium die Entwicklung des Diabetes durch geeignete Maßnahmen aufgehalten bzw. verzögert werden kann. Durch eine Umstellung der Ernährung, eine Gewichtsabnahme und regelmäßige körperliche Bewegung (täglich etwa 30 Minuten) konnte die Anzahl der Diabetesneuerkrankungen im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe um 58% gesenkt und die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich verringert werden.